Seit Dezember 2008 wurden die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 von verschiedenen Ländern in nationale Gesetzgebungen übernommen und sind inzwischen als ISO-Standard anerkannt. Die im September 2011 erlassene deutsche „Barrierefreie Informationstechnik Verordnung 2.0” (BITV 2.0) weicht in Detailfragen von den Richtlinien ab. Die zu erfüllenden Punkte sind hier mit dem Grad der Erfüllung aufgelistet.
Barrierefreiheit nach BITV 2.0, Anlage 1
Wahrnehmbarkeit (Prinzip 1):
Alternativen für jeden Nicht-Text-Inhalterfüllt
Alternativen für zeitgesteuerte Mediennicht benötigt
Inhalte ohne Informations- oder Strukturverlusterfüllt
Veränderbare Textgröße mindestens bis auf 200% (siehe auch Schriftgrößen). Vermeiden von Schriftgrafikenerfüllt
Wahrnehmung des Inhalts und Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrund (Farbe, Audio-Kontrolle, Kontrast mindestens 4,5:1 bzw. bei Großschrift mindestens 3:1)erfüllt
Bedienbarkeit (Prinzip 2):
Tastatur-Zugänglichkeit (Tastaturbedienbarkeit, keine Tastaturfalle)
bei Tablets oder Anzeigegeräten ohne oder mit virtueller Tastatur sowie für Verlinkungen im Text und Fußzeile nach heutigem Stand der Browser-Technik nicht erfüllbar!
ausreichend Zeit zum Lesen und Verwenden (zeitbezogene Anforderungen wie ausschalten, verlängern, Hinweis auf Zeitablauf, Bewegungen anhalten, beenden und ausblenden)nicht benötigt
Vermeidung von epileptischen Anfällen (keine Flash, keine Gif-Animationen, keine kontrasstarken Bilder)erfüllt
Vermeidung von Icons in der Navigation, Nutzung von allgemein gebräuchlichen Symbolen (SVG)erfüllt
Orientierungs- und Navigationshilfen (Elementgruppen, Webseiten-Titel, Fokus-Reihenfolge, Zweck eines Links im Kontext, alternative Zugangswege, Beschriftungen wie Überschriften und Label, sichtbarer Fokus, Standort)erfüllt
Verständlichkeit (Prinzip 3):
lesbare und verständliche Texte (vorherrschende Sprache, Prinzip leichte Sprache)erfüllt
Vermeidung von Anglizismenerfüllt
Konsequente Nutzung des generischen Maskulinumserfüllt
Klarer Aufbau und Nutzung (Kontext-Änderung bei Fokussierung oder Eingabe nur nach entsprechendem Hinweis, einheitliche Navigation und Bezeichnung)erfüllt
Fehlervermeidung und -korrektur (Fehleridentifizierung, Beschriftungen, Korrekturvorschläge, Fehlervermeidung)nicht benötigt
Robustheit (Prinzip 4):
Kompatibilität mit Benutzeragenten (Syntaxanalyse, Name, Rolle, Wert)erfüllt